Quddisa Sirruh
Quddisa Sirruh

Aussprache: quddisy sirruh
arabisch:
قُدِّسَ سِرُّهُ
persisch:
قُدِّسَ سِرُّهُ
englisch:
Quddisa Sirruh

1927 - 1981 n.Chr.

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Quddisa Sirruh ist ein arabischen Ausdruck, der oft im Anschluss an die Nennung eines Heiligen verwendet wird.

Der Ausdruck bedeutet wortwörtlich: „Sein Geheimnis werde geheiligt.“

Quddisa“ [قُدِّسَ] bedeutet: → „heiligen, reinigen, verherrlichen“ und hier in der Passivform: „geheiligt werden“

„Sirr“ [سِرّ] bedeutet „Geheimnis“, im sufischen Sinne „der innerste Wesenskern des Menschen“, „der gottgewandte Punkt des Herzens“ oder „die subtile spirituelle Essenz“.

„hu“ ist das Possessivpronomen „sein“

Zusammen also: „Möge sein innerstes Geheimnis geheiligt sein.“

Im Sufismus ist „Sirr“ [سِرّ] ein technischer Begriff. Er bezeichnet die innerste spirituelle Schicht des Menschen, eine Art verborgener Kern. Es sei der Punkt, an dem das Herz Gottes Licht [nur] empfängt und ein Bereich, den nur Gott kennt und reinigt. Wenn ein Heiliger stirbt, bleibt sein „Sirr“ [سِرّ] aktiv, es wirkt weiter auf seine Schüler und die Welt. So erklärt sich, warum der Ausdruck gerade bei Heiligen verwendet wird.

Im übertragenen Sinn bedeutet der Ausdruck auch:

bulletmöge Gott seine innere Reinheit mehren,
bulletmöge sein spirituelles Licht stark bleiben,
bulletmöge sein inneres Geheimnis rein bleiben und wirken,
bulletmöge Gott sein geistiges Erbe segnen.

Es steht daher unter anderem auf Grabinschriften, Manuskripten, Sufi-Kalligraphien und Biographien von Heiligen. Bei z.B. Nennung des Namens Imam Chomeinis wird der Ausdruck angehängt.

Es ist nicht klar, seit wann jener Ausdruck von Muslimen verwendet wird. Als frühester möglicher Zeitraum gilt das 4. Jh. n.d.H. (10. Jh. n.Chr.) unter anderem bei Dschunaid Baghdadi. Spätestens im Folgejahrhundert hatte sich der Ausdruck etabliert, insbesondere bei den Orden [tariqa].

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