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Quddisa Sirruh ist ein arabischen Ausdruck, der oft im
Anschluss an die Nennung eines Heiligen verwendet wird.
Der Ausdruck bedeutet wortwörtlich: „Sein Geheimnis werde
geheiligt.“
Quddisa“ [قُدِّسَ] bedeutet: → „heiligen, reinigen,
verherrlichen“ und hier in der Passivform: „geheiligt werden“
„Sirr“ [سِرّ] bedeutet „Geheimnis“, im sufischen Sinne „der
innerste Wesenskern des Menschen“, „der gottgewandte Punkt des
Herzens“ oder „die subtile spirituelle Essenz“.
„hu“ ist das Possessivpronomen „sein“
Zusammen also: „Möge sein innerstes Geheimnis geheiligt
sein.“
Im
Sufismus ist „Sirr“ [سِرّ] ein technischer Begriff. Er
bezeichnet die innerste spirituelle Schicht des Menschen, eine
Art verborgener Kern. Es sei der Punkt, an dem das
Herz
Gottes
Licht [nur] empfängt und ein Bereich, den nur Gott kennt
und reinigt. Wenn ein Heiliger stirbt, bleibt sein „Sirr“
[سِرّ] aktiv, es wirkt weiter auf seine Schüler und die Welt.
So erklärt sich, warum der Ausdruck gerade bei Heiligen
verwendet wird.
Im übertragenen Sinn bedeutet der Ausdruck auch:
Es steht daher unter anderem auf Grabinschriften,
Manuskripten, Sufi-Kalligraphien und Biographien von Heiligen.
Bei z.B. Nennung des Namens
Imam
Chomeinis wird der Ausdruck angehängt.
Es ist nicht klar, seit wann jener Ausdruck von
Muslimen verwendet wird. Als frühester möglicher Zeitraum
gilt das 4. Jh.
n.d.H. (10. Jh. n.Chr.) unter anderem bei
Dschunaid Baghdadi. Spätestens im Folgejahrhundert hatte
sich der Ausdruck etabliert, insbesondere bei den
Orden [tariqa].