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Sakalli Nurettin Pascha (Paşa) war ein osmanisch-türkischer
General und später Politiker Anfang des 20. Jh. n.Chr.
Er wird auch „Sakallı Nureddin Paşa“ geschrieben. „Sakallı“
heißt im Türischen „der Bärtige“. Er hieß eigentlich Mehmed
Nureddin bzw. nach dem Familiennamengesetz Nureddin Ibrahim
Konyar. Er wurde 1873 n.Chr. in Bursa geboren und starb am 18.
Februar 1932 in Istanbul/Kadıköy.
Er war der Sohn von Müşir Ibrahim Paşa und schlug früh eine
militärische Laufbahn ein. Nach der Militärschule trat er 1893
als Leutnant in die osmanische Armee ein. Er diente im
Osmanischen Reich unter anderem
im Griechisch-Türkischen Krieg von 1897, in den Balkankriegen
und im Ersten Weltkrieg, besonders im mesopotamischen
Kriegsschauplatz.
Bekannt wurde er vor allem im Türkischen Befreiungskrieg.
Er war zeitweise Kommandeur der Zentralarmee und später der 1.
Armee, die beim Großen Angriff von 1922 in Westanatolien eine
wichtige Rolle spielte. Nach der Rückeroberung
Izmirs wurde er oft mit dem
Einmarsch in Izmir verbunden.
Mustafa Kemal Atatürk
kritisierte ihn im Nutuk jedoch deutlich und warf ihm vor, den
gemeinsamen Erfolg der Armee zu stark für sich persönlich
beansprucht zu haben.
Historisch ist er eine umstrittene Figur. Ihm werden
autoritäres Vorgehen und harte Maßnahmen gegen Zivilisten
vorgeworfen. Besonders belastend ist seine Verbindung zur
Misshandlung und Ermordung des Journalisten und Politikers Ali
Kemal im Jahr 1922; außerdem wurde sein Vorgehen in der
Zentralarmee in Ankara politisch kritisiert.
Ein Foto von Sakalli Nurettin Pascha ist im
Militärmuseum Istanbul (Askerî Müze) ausgestellt.

Foto Y.Özoguz (2017 n.Chr.)