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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Der Ausdruck „Salamalaikum“
ist eine deutsche Verballhornung des
Friedensgrußes.
Die Verballhornung stammt vor allem aus europäischen,
insbesondere deutschen Wahrnehmungs- und
Vereinfachungsprozessen. Die Ausgangsform des
Friedensgrußes lautet im korrekten
Arabisch: as-salāmu ʿalaykum [السَّلَامُ عَلَيْكُمْ], was
„Der Friede sei mit euch“ bedeutet.
„Salamalaikum“ ist entstanden aus der phonetische
Vereinfachung des Gehörten, zumal im tägliche Sprachgebrauch
die Wortgrenzen verschwimmen. Im Deutschen (und anderen
europäischen Sprachen) wird die Grußformel oft als ein
einziges Wort wahrgenommen, was zur Zusammenziehung führt.
Die historische Verbreitung der Verballhornung wird auf das
19. Jh. n.Chr. vermutet. Die Form „Salamalaikum“ taucht unter
anderem auf in Kolonialliteratur und Reiseberichten und
wird oft leicht ironisch, folklorisierend und nicht unbedingt
böswillig, aber unsensibel wiedergegeben.
Eine eindeutig frühe, belegte Verwendung der verballhornten
Form „Salamalaikum“ lässt sich nicht auf ein einzelnes
kanonisches Werk festnageln, wohl aber klar in der deutschen
Orient- und Kolonialliteratur des 19. Jh. n.Chr. verorten. Als
der entscheidende Popularisierer gilt
Karl
May. Er verwendet verschiedene Schreibweisen, je nach
Figur. Karl May ist nicht der Erfinder, aber der entscheidende
Verstärker der volkstümlichen Verballhornung im deutschen
Sprachraum.
Vor
Karl
May lassen sich ähnliche Formen finden in protestantischen
Missionsberichten (Nordafrika, Levante), populären
Reisebeschreibungen und militärischen Erinnerungen.