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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Abbas Schirazi gilt als ein theologischer
Märtyrer der Anfangszeit der
Islamischen Republik Iran.
Abbas Schirazi wurde im persischen Jahr 1323 (1944–45 n.Chr.)
als ältester Sohn von Asadollah Schirazi im Dorf Golnabad bei
Rafsandschan geboren. Eine Quelle nennt Golnabad als
Geburtsort, eine andere ordnet die Familie stärker dem Raum
Kaschkuʾiyeh bei Rafsandschan zu. Beides widerspricht sich
nicht zwingend, weil die Familie früh innerhalb derselben
Region umzog. Als Kind zog die Familie nach Kaschkuʾiyeh,
damit er eine Schule besuchen konnte.
Sein familiäres Umfeld war stark religiös geprägt. Das Haus
der Familie galt laut den iranischen Erinnerungsquellen als
ein Ort, an dem Geistliche und religiöse Persönlichkeiten ein-
und ausgingen. Dort wurden auch
Trauerzeremonien zu Muharram und sonstige
Trauerzusammenkünfte veranstaltet. Diese Umgebung giltn als
wichtiger Hintergrund seiner späteren religiösen Laufbahn.
Früh trat er in die religiöse Ausbildung ein. Er galt als
talentierter Student der
Hawza,
der die
Dars al-Charidsch bei namhaften Gelehrten absolvierte.
Zugleich begann er zu lehren und erwarb innerhalb des Klerus
ein gewisses Ansehen.
Mit dem Aufstand vom 15. Chordād 1342 (1963 n.Chr.) trat
Abbas Schirazi offen in den politischen-religiösen Kampf gegen
das Pahlavi-Regime ein. Er hielt leidenschaftliche Reden zur
Unterstützung von
Imam
Chomeini und beteiligte sich auch schriftlich an der
Verbreitung oppositioneller Botschaften. Er verfasste oder
verbreitete aufklärende Texte und half beim Vervielfältigen
und Verteilen von Aussagen
Imam
Chomeinis.
Nach der Verbannung
Imam
Chomeinis 1963 n.Chr. setzte er seine Tätigkeit im
Untergrund fort. Er besuchte wiederholt ins Exil oder in
Verbannung geschickte Geistliche, unter anderem
Imam
Sayyid Ali Chamenei in
Iranschahr.
Sein oppositionelles Wirken brachte ihn schließlich mit dem
Sicherheitsapparat des Schahs in Konflikt. Nach mehreren
Fluchtphasen im Jahr 1356 (1977 n.Chr.) wurde er in einer
Moschee in
Karadsch von SAVAK-Kräften festgenommen und blieb bis zum
Sieg der
Islamischen Revolution in Haft.
Nach 1979 n.Chr. wurde Abbas Schirazi in der neu
gegründeten
Islamische Republik Iran mit organisatorischen und
aufklärerischen Aufgaben betraut.
Imam
Chomeini sandte ihn bereits in den ersten Monaten nach der
Revolution in verschiedene Städte, um für Einigkeit und
Zusammenhalt zu werben.
Mit Beginn des
Irak-Iran-Krieges übernahm er zentrale Funktionen im
religiös-politischen Mobilisierungsapparat der Islamischen
Republik. Zunächst wurde er stellvertretender Leiter der
Organisation für Islamische Aufklärung, später dann
Verantwortlicher bzw. Kommandeur der „Aufklärung von Front und
Krieg“. Er besuchte die Fronten regelmäßig, kümmerte sich um
die moralisch-religiöse Mobilisierung der Kämpfer und
versuchte, kulturelle und aufklärerische Arbeit direkt in den
Kriegszonen zu organisieren.
Abbas Schirazi starb am 18. Chordad 1364 (8. Juni 1985) in
der Nähe von
Dezful
während einer Dienstfahrt bzw. Mission im Kontext seiner
Fronttätigkeit. Auch wenn sein Dahinscheiden möglicherweise
die Folge eines Unfalls war, gilt er im
Iran
als
Märtyrer. Nach seinem Tod wurde er mehfach öffentlich
geehrt. Der damalige Präsident
Imam
Sayyid Ali Chamenei kondollierte und bezeichnete ihn als
schwer zu ersetzenden Diener der Revolution. Auch
Ayatollah Ahmad Dschannati würdigte ihn.
Er wurde im
Mausoleum der Fatima Masuma beigesetzt.
