Abbas Schirazi
Abbas Schirazi

Aussprache: abbaas schiyraaziy
arabisch:
عباس شیرازي
persisch:
عباس شیرازی
englisch: Abbas
Shirazi

1944/45 - 10.4.1999 n.Chr.

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Abbas Schirazi gilt als ein theologischer Märtyrer der Anfangszeit der Islamischen Republik Iran.

Abbas Schirazi wurde im persischen Jahr 1323 (1944–45 n.Chr.) als ältester Sohn von Asadollah Schirazi im Dorf Golnabad bei Rafsandschan geboren. Eine Quelle nennt Golnabad als Geburtsort, eine andere ordnet die Familie stärker dem Raum Kaschkuʾiyeh bei Rafsandschan zu. Beides widerspricht sich nicht zwingend, weil die Familie früh innerhalb derselben Region umzog. Als Kind zog die Familie nach Kaschkuʾiyeh, damit er eine Schule besuchen konnte.

Sein familiäres Umfeld war stark religiös geprägt. Das Haus der Familie galt laut den iranischen Erinnerungsquellen als ein Ort, an dem Geistliche und religiöse Persönlichkeiten ein- und ausgingen. Dort wurden auch Trauerzeremonien zu Muharram und sonstige Trauerzusammenkünfte veranstaltet. Diese Umgebung giltn als wichtiger Hintergrund seiner späteren religiösen Laufbahn.

Früh trat er in die religiöse Ausbildung ein. Er galt als talentierter Student der Hawza, der die Dars al-Charidsch bei namhaften Gelehrten absolvierte. Zugleich begann er zu lehren und erwarb innerhalb des Klerus ein gewisses Ansehen.

Mit dem Aufstand vom 15. Chordād 1342 (1963 n.Chr.) trat Abbas Schirazi offen in den politischen-religiösen Kampf gegen das Pahlavi-Regime ein. Er hielt leidenschaftliche Reden zur Unterstützung von Imam Chomeini und beteiligte sich auch schriftlich an der Verbreitung oppositioneller Botschaften. Er verfasste oder verbreitete aufklärende Texte und half beim Vervielfältigen und Verteilen von Aussagen Imam Chomeinis.

Nach der Verbannung Imam Chomeinis 1963 n.Chr. setzte er seine Tätigkeit im Untergrund fort. Er besuchte wiederholt ins Exil oder in Verbannung geschickte Geistliche, unter anderem Imam Sayyid Ali Chamenei in Iranschahr.

Sein oppositionelles Wirken brachte ihn schließlich mit dem Sicherheitsapparat des Schahs in Konflikt. Nach mehreren Fluchtphasen im Jahr 1356 (1977 n.Chr.) wurde er in einer Moschee in Karadsch von SAVAK-Kräften festgenommen und blieb bis zum Sieg der Islamischen Revolution in Haft.

Nach 1979 n.Chr. wurde Abbas Schirazi in der neu gegründeten  Islamische Republik Iran mit organisatorischen und aufklärerischen Aufgaben betraut. Imam Chomeini sandte ihn bereits in den ersten Monaten nach der Revolution in verschiedene Städte, um für Einigkeit und Zusammenhalt zu werben.

Mit Beginn des Irak-Iran-Krieges übernahm er zentrale Funktionen im religiös-politischen Mobilisierungsapparat der Islamischen Republik. Zunächst wurde er stellvertretender Leiter der Organisation für Islamische Aufklärung, später dann Verantwortlicher bzw. Kommandeur der „Aufklärung von Front und Krieg“. Er besuchte die Fronten regelmäßig, kümmerte sich um die moralisch-religiöse Mobilisierung der Kämpfer und versuchte, kulturelle und aufklärerische Arbeit direkt in den Kriegszonen zu organisieren.

Abbas Schirazi starb am 18. Chordad 1364 (8. Juni 1985) in der Nähe von Dezful während einer Dienstfahrt bzw. Mission im Kontext seiner Fronttätigkeit. Auch wenn sein Dahinscheiden möglicherweise die Folge eines Unfalls war, gilt er im Iran als Märtyrer. Nach seinem Tod wurde er mehfach öffentlich geehrt. Der damalige Präsident Imam Sayyid Ali Chamenei kondollierte und bezeichnete ihn als schwer zu ersetzenden Diener der Revolution. Auch Ayatollah Ahmad Dschannati würdigte ihn.

Er wurde im Mausoleum der Fatima Masuma beigesetzt.

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