Selbstreferenzialität
Selbstreferenzialität

Aussprache: adh-dhaatiyya al-mardschiʿiyya
arabisch:
الذَّاتِيَّةُ الْمَرْجِعِيَّةُ
persisch:
خودارجاعی
englisch:
Self‑referentiality

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Selbstreferenzialität ist eines der Stilelemente des Heiligen Quran, das sehr oft vorkommt.

Als Selbstreferenzialität oder Selbstreferenz und Selbstbezüglichkeit wird im Rahmen eine Buches eine Aussage genannt, die sich auf das Buch selbst bezieht. Der Heilige Quran beginnt nach der Fatiha nahezu unmittelbar mit solch einer Selbstreferenzialität:

Dies ist das Geschriebene (Buch), kein Zweifel darin, eine Rechtleitung für die Gottesehrfürchtigen“. (2:2)

Eine sehr bedeutsame Selbstreferenzialität ist die literarische Herausforderung des Heiligen Quran.

Eine der direktesten Formen der Selbstreferenzialität ist es, wenn der Heilige Quran Eigenschaften und Funktionen seiner selbst beschreibt. Ein herausragendes Beispiel ist Sure 39:23:

Gott hat die schönste Botschaft herabgesandt, ein Buch, dessen Aussagen einander ähneln und sich (in ihnen) die Botschaft wiederholt (mathānī) ...

Hier beschreibt der Heilige Quran sich selbst mit den Begriffen mutashābih (einander ähnlich) und mathānī (sich wiederholend, oft wiederholt) – eine klare Selbstcharakterisierung, die zugleich die göttliche Urheberschaft betont.

Die Selbstreferenzialität zeigt sich auch in der Art, wie der Heilige Quran über seine eigene Existenz und Herkunft spricht.

Eine besondere Form der Selbstreferenzialität ist der Wechsel der grammatischen Person, in der Gott über sich selbst spricht. Mal verwendet Er den Plural der Majestät (Wir), um Größe und Macht auszudrücken, wie in Versen, die mit „Und wir erschufen...“ beginnen. An anderer Stelle spricht Er im Singular (Ich) oder in der dritten Person (Er), um Nähe oder Erhabenheit zu betonen. Sure 112:1 (Sprich: Er ist Gott, ein Einziger.) ist ein bekanntes Beispiel für die dritte Person.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Verwendung spezifischer Termini, mit denen der Heilige Quran sich selbst bezeichnet. Dazu gehören Wörter wie kitāb (Buch), qurʾān (Lesung/Verkündigung), dhikr (Ermahnung), āyāt (Zeichen/Verse) und sūra (Abschnitt). Besonders interessant ist der Begriff āya (Plural: āyāt), der im Heilige Quran nicht nur einen einzelnen Vers bezeichnen kann, sondern oft ein umfassenderes „Zeichen“ Gottes in der Schöpfung oder in der Geschichte meint.

Der Heilige Quran enthält auch Aussagen über seine eigene Struktur und Auslegung. Der berühmte Vers Sure 3:7 ist das Paradebeispiel für diese Art von Selbstreferenzialität:

„Er ist es, der dir das Buch herabgesandt hat. Darin sind eindeutig festgelegte Verse – sie sind die Urgrundlage des Buches – und andere, die mehrdeutig sind ...“

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