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Schedschaattin Tanyerli (Şecaattin Tanyerli) war ein berühmter
türkischer Tangosänger und Interpret, der besonders für seine
türkischen Tango-Versionen bekannt ist.
Er ist am 13. Januar 1921 im
Istanbuler Stadtteil Teşvikiye –als Sohn eines Kaufmanns
aus Tokat und einer Mutter aus Thessaloniki geboren. Er
besuchte die Beşiktaş Esma Sultan Grundschule und später das
renommierte Istanbul Erkek Lisesi. Während seines Jurastudiums
an der
Universität Istanbul begann er Gesangsunterricht bei
Goldenberg im Beyoğlu Halkevi zu nehmen. Im Jahr 1942 brach er
sein Studium ab und stieg stattdessen als Tangosänger im „Maksim
Gazinosu“ in
Istanbul ein. Während des Zweiten Weltkriegs leistete er
1943–1946 seinen Militärdienst als Reserveoffizier und schloss
den Dienst als Oberleutnant ab.
Er interpretierte Tangos in mehreren Sprachen (Deutsch,
Französisch, Spanisch, Griechisch). Er gilt als eine der
ersten Stimmen der leichten westlichen Musik in der
Türkei.
Sein Plattendebüt erfolgte 1948 in Zusammenarbeit mit dem
Tangomusiker Necdet Koyutürk. Die Platte enthält den Tango „Papatya
(Gänseblümchen)“ und „Rüzgar Gibi Geçti (Vom Winde verweht)“.
Ab 1949 wechselte er zum Radiosender İstanbul Radyosu. Seine
bekanntesten Tangos sind: „Ayrılık (Trennung)“, „Sensiz
Kaldığım Geceler (Nächte, die ich ohne dich blieb)“, „Sevdim
Bir Genç Kadını (Ich liebte eine junge Frau)“, „Mazi
(Vergangenheit)“, „Sana Nereden Gönül Verdim (Wie/woher habe
ich dir mein Herz gegeben)“.
Er hatte über 1.000 türkische Tangos im Repertoire,
hinterließ mehr als 30 Schallplatten, mehrere Longplay-Alben
und 45er. Im Jahr 1991 erschien die CD „Ölmeyen Tangolar“
(unsterblich Tangos). Im Jahr 1971 erhielt er eine Goldene
Platte für seine Verdienste im Tango-Genre.
Er war Verheiratet mit Kamuran Hanım. Sie hatten drei
Kinder (Şeref, Hakan, Şeyda) und einige Enkelkinder. Er
verstarb am 1. Dezember 1994 in Istanbul im Alter von 73
Jahren nach langer Krankheit an Alzheimer. Er wurde auf dem
Edirnekapi Märtyrerfriedhof (Edirnekapı Şehitliği)
beigesetzt. Auf seinem Grabstein steht „Tango König“.
