.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Josef Thorak (1889–1952) war ein österreichisch-deutscher
Bildhauer, der vor allem für seine monumentalen Skulpturen
während der NS-Zeit bekannt wurde aber auch in der
Türkei
gewirkt hat.
Zu weilen wird er Joseph Thorak geschrieben. Er ist am 7.
Februar 1889 in Wien unehelich geboren. Er erlernte nach dem
Besuch einer Jesuitenschule zunächst wie sein Vater Töpferei,
wandte sich jedoch bereits früh der Bildhauerei zu und
studierte zunächst von 1910 bis 1914 an der Wiener
Kunstakademie. Er beendete sein Studium in Berlin. 1928
erhielt er schließlich den Staatspreis der Preußischen
Akademie der Künste, bei der er fortan ständiger Aussteller
war.
Im Zusammenhang mit der Türkei ist Thorak besonders durch
seine Arbeit am
Vertrauensdenkmal
(Güven Anıtı) in
Ankara bekannt. Dieses Denkmal wurde ursprünglich von
Anton Hanak entworfen, jedoch nach Hanaks Tod 1934 von
Thorak vollendet.
Thorak schuf auch mehrere Büsten von
Mustafa Kemal Atatürk, darunter eine bekannte Granitbüste,
die 1940 in der Universität von Ankara aufgestellt wurde.
Seine Werke in der Türkei spiegeln die enge Zusammenarbeit
zwischen der
Türkei
und deutschen Künstlern in den 1930er Jahren wider, als das
Land auf die Modernisierung und den Aufbau einer nationalen
Identität hinarbeitete.
Ab 1937 arbeitete er als Dozent an der Münchner Akademie
der Bildenden Künste. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er
ein Arbeits- und Verkaufsverbot, weil er einer der
berühmtesten Nazi-Künstler geworden war. Er lebte fortan bis
zu seinem Tod zurückgezogen bei Salzburg. Er starb am 25.
Februar 1952 in Schloss Hartmannsberg im bayerischen Bad
Endorf.