Hans Tröbst
Hans Tröbst

Aussprache: hans trööbst
arabisch:
‏هانس تروبست
persisch:
‏هانس تروبست
englisch:
Hans Troebst

27.10.1891 - 1939 n.Chr.

.Bücher von Allama Tabatabai finden Sie im Verlag Eslamica.

Hans Tröbst (oder Troebst) war ein deutscher Offizier, Abenteurer und Schriftsteller, der vor allem für seine Aktivitäten während und nach dem Ersten Weltkrieg bekannt wurde.

Er ist 27. Oktober 1891 in Weimar geboren. Nach dem Abitur 1910 n.Chr begann seine Offizierslaufbahn beim Magdeburgischen Pionier- Bataillon Nr. 4. Am 18. August 1911 wurde er zum Leutnant befördert.

Er diente im Ersten Weltkrieg als Offizier im deutschen Heer. Sein letzter Dienstgrad war Hauptmann. Wie viele Offiziere seiner Zeit war er stark vom Nationalismus und der Kriegsmentalität des frühen 20. Jh. n.Chr. geprägt. Nach dem Krieg schloss sich Tröbst den sogenannten Freikorps an, einer paramilitärischen Gruppe, die aus ehemaligen Soldaten bestand. Diese Freikorps spielten in den Jahren nach dem Krieg eine wichtige Rolle bei der Niederschlagung von Aufständen und politischen Bewegungen, insbesondere im Zusammenhang mit der linken Revolution in Deutschland. Tröbst war in den Kämpfen der Nachkriegszeit aktiv, die oft von Gewalt und politischer Radikalisierung geprägt waren.

In Estland (wo er auch seine spätere erste Frau kennengelernt hat) gehörte Tröbst dem "Grenzschutz Ost, Eiserne Division" an. 1920 nahm er in Deutschland als Mitglied der "Brigade Erhardt" am Kapp-Putsch gegen die junge deutsche Demokratie teil.

Besonders bekannt wurde Hans Tröbst durch seine Teilnahme am Türkischen Befreiungskrieg unter Mustafa Kemal Atatürk. Tröbst reiste in die Türkei, um auf Seiten der türkischen Nationalbewegung zu kämpfen, die sich gegen die Besetzung durch alliierte Mächte und die Bedingungen des Vertrags von Sèvres wehrte. 1921-1923 war er Hauptmann in türkischen Diensten. Dafür war er am 30. Januar 1921 vor Inebolu am Schwarzen Meer mit dem kleinen italienische Frachter Mariania angekommen.

Diese Phase seines Lebens fasziniert Historiker besonders, da es ungewöhnlich war, dass ein deutscher Offizier sich in die türkischen Unabhängigkeitskämpfe einmischte. Seine Beweggründe lagen möglicherweise in seiner anti-imperialistischen Haltung und seiner Bewunderung für Atatürks Führung. Tröbst war bereits während des Ersten Weltkrieges in der Türkei gewesen und hatte bereits damals den jungen Mustafa Kemal kennen gelernt. Sein Einsatz im Unabhängigkeitskrieg war heikel: Die Regierung von Ankara hatte die immer wieder die Behauptung ihrer Gegnern dementiert, in ihrer Armee dienten ausländische, speziell deutsche Offiziere. Wäre Tröbst im Zuge von Kampfhandlungen in Gefangenschaft geraten, hätte das diesen Vorwurf bestätigt. Für die gegnerische Propaganda wäre es ohne Bedeutung gewesen, dass er der einzige Deutsche in Mustafa Kemals Armee war.

Anfang August 1921 wurde die Einheit, die von Tröbst geleitet wurde, nach Ankara zurückbeordert, wo sie in der Umgebung der Hauptstadt an militärischen Übungen teilnahm. Zu dieser Zeit war Tröbst so unzufrieden mit seiner Lage, dass er ernsthaft nach einer Möglichkeit suchte, nach Deutschland zurückzukehren. Der Weg über Istanbul war jedoch für ihn ausgeschlossen, da er dort von den Besatzungstruppen sofort festgenommen worden wäre. Deshalb wandte er sich an die sowjetische Botschaft in Ankara, um nach einer sicheren Reiseroute in seine Heimat zu fragen. Ihm wurde gesagt, dass er ein offizielles Gesuch an den Botschafter richten müsse. Als er jedoch erfuhr, dass der Botschafter jüdischer Abstammung war, entschied er sich, diesen Plan nicht weiter zu verfolgen.

Im Herbst 1921 wurde Tröbst in eine Eisenbahneinheit versetzt, die zunächst in der Umgebung von Ankara tätig war und später nach Konya verlegt wurde. Während seiner Zeit dort erkrankte er an Malaria, was ihn zwang, mehrere Wochen im Krankenhaus zu verbringen. Anfang Januar 1922 konnte er schließlich seine neue Position als Leiter des militärischen Eisenbahnwesens in Ereğli antreten. Zu ihm kam auch die Frau, die er 1919/20 in Estland kennen gelernt hatte, und die beiden fanden einen evangelischen Geistlichen, der sie traute.

Im Dezember 1922 reichte Tröbst ein Gesuch direkt an Mustafa Kemal Pascha ein, um seine Entlassung aus der türkischen Armee zu erwirken, da er in seine Heimat zurückkehren wollte. In seinem Abschiedsgesuc hatte Tröbst versprochen, in Deutschland „mit Wort und Tat die türkischen Interessen zu vertreten". In seinem Gesuch erklärte er unter anderem: „Ich habe beschlossen, meine militärische Laufbahn endgültig zu beenden und im Frühjahr in Deutschland die Universität zu besuchen, um eine zivile Karriere zu verfolgen.“ Ob er wirklich studiert hat, ist unklar.1924 kehrte er in die Türkei zurück, um in Eskişehir eine Mühle aufzubauen, ein Arbeitsunfall machte diesem Projekt ein rasches Ende.

Tröbst verfasste später Berichte und Bücher über seine Erlebnisse und Erfahrungen. Seine Schriften geben Einblick in die Gedankenwelt eines Abenteurers und Kriegsteilnehmers in der unruhigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Besonders bekannt wurde sein Buch „Erlebnisse eines Deutschen in der Türkei“, in dem er über seine Zeit im Türkischen Befreiungskrieg berichtete.

Im November 1923 hatte Troebst aktiv teilgenommen am Hitler-Putsch. Er hatte Adolf Hitler schon vorher in einem persönlichem Vortrag von seinen Erfahrungen in der Türkei berichtet. In den folgenden Jahren gelang es ihm, aus seiner schriftstellerischen Begabung einen neuen Beruf zu machen. Etwa seit 1925 bis 1933 berichtete er für verschiedene deutsche Zeitungen als politischer Korrespondent vom Balkan. Er wurde Journalist. Mit kurzer Unterbrechung war er Auslandkorrespondent für den Hannover Kurier, die Stuttgarter Illustrierte und andere Zeitungen in der Türkei. In diesen Jahren zerbrach seine erste Ehe und er heiratete ein zweites Mal. Aus der ersten Ehe waren zwei Kinder hervorgegangen; es mag ein Hinweis darauf sein, wie wichtig ihm seine türkischen Jahre waren, dass er seiner Tochter den zweiten Vornamen Gülnar gab.

Anfang der 30er-Jahre änderte sich auch seine politische Gesinnung: Er stand dem Nationalsozialismus zunehmend kritisch gegenüber, was ihm nach 1933 verschiedentlich Schwierigkeiten eintrug. 1933 ging er als Journalist nach China, wo er sich mit seiner zweiten Frau und seinem neugeborenen Sohn in Dairen (heute: Dalian) niederließ. Dort starb er 1939 im Alter von nur 47 Jahren unter ziemlich mysteriösen Umständen. Möglicherweise wurde er wegen seiner unbequemen Berichte auf Weisung der chinesischen Behörden durch einen Arzt vergiftet.

Tröbst hat über sein ganzes erwachsenes Leben sehr ausführlich Tagebuch geführt, und manches davon auch veröffentlicht. Sein Buch "Soldatenblut", das 1925 erschien, ist eine auf 330 Druckseiten gekürzte Fassung von ungefähr 800 handschriftlichen Seiten über die etwa zwei Jahre seines Lebens, die er auf dem Weg in die Türkei und in der Türkei verbrachte.

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