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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Das Turan-Gedicht ist kein fest definierter Begriff in der
Literaturwissenschaft, aber es bezieht sich in bestimmten
kulturellen und historischen Kontexten oft auf nationalistisch
inspirierte Gedichte, die sich auf das Konzept „Turan“
beziehen.
Unter allen Turan-Gedichten gilt das „Turan-Gedicht“ von
Hüseyinzade Ali
Turan als
berühmtestes Beispiel. Er verfasste das Gedicht „Turan“ im Geiste des aufkommenden
Panturkismus.
Dieses Gedicht wurde um 1892 von
Hüseyinzade Ali
Turan während seiner Studienzeit in
Istanbul verfasst. Es gilt als
eines der frühesten literarischen Zeugnisse des Panturanismus.
Turan von Hüseyinzade Ali Turan
Sizlersiniz ey kavm-i Macar bizlere ihvan,
Ecdadımızın müştereken menşei Turan.
Bir dindeyiz biz, hepimiz hakperestan;
Mümkün mü ayırsın bizi İncil ile Kur’an?
Cengizleri titretti şu afâkı serâser,
Timurları hükmetti şehinşahlara yek-ser,
Fatihlerine geçti bütün kişver-i kayser,
Ecdadımızın müştereken menşei Turan.
Die sinngemäße deutsche Übersetzung lautet:
Ihr seid es, o ungarisches Volk, unsere Brüder,
Unser gemeinsamer Ursprung ist Turan.
Wir sind im Glauben vereint, alle Gottesfürchtige;
Wie könnten uns Bibel und Koran trennen?
Dschingis erschütterte die Welt ringsum,
Timur herrschte über alle Könige,
Eure Eroberer eroberten das ganze römische Reich,
Unser gemeinsamer Ursprung ist Turan.
Das Gedicht betont die gemeinsame Abstammung. Es stellt
eine Verbindung zwischen den Ungarn und den Turkvölkern her,
indem es Turan als gemeinsamen Ursprung nennt. Es hebt hervor,
dass trotz unterschiedlicher heiliger Schriften (Bibel und
Koran) eine gemeinsame Gottesfurcht besteht. Es erinnert an
die Eroberungen von Dschingis Chan und Timur, um den Stolz auf
die gemeinsame Geschichte zu stärken.
Das Gedicht hatte einen bedeutenden Einfluss auf spätere
panturkistische Denker wie Ziya Gökalp und trug zur
Entwicklung des nationalistischen Diskurses in der türkischen
Welt bei.