.Bücher
von Allama Tabatabai finden Sie im Verlag Eslamica.
Tuwa ist ein heiliges Tal, das im
Heiligen Quran zweimal erwäht wird (20:12 und 79:16).
In beiden erwähnten
Versen handelt es sich um die Stelle, die
Moses
(a.) aufsucht, als er von einem göttlichen Feuer angezogen
wird.
Das heilige Tal Tuwa [الْوَادِ
الْمُقَدَّسِ طُوًى] kann sowohl als realer heiliger
Ort als auch als Ort mit symbolischer wie metaphysischer
Bedeutung verstanden werden. Die Deutungen reichen dabei von
geografisch-historisch bis hin zu tief mystisch-spirituell.
Moses
(a.) wird aufgefordert aufgrund der Heiligkeit des Ortes
seine Schuhe auszuziehen. Die
Ahl-ul-Bait (a.) erläutern diese Anweisung oft symbolisch
als Aufforderung zur inneren Reinigung und zur Loslösung von
weltlichen Bindungen, um in die Nähe
ALLAHs treten zu können.
Scheich
al-Tusi und
Tabarsi
führen zunächst klassische, geographisch orientierte
Erklärungen auf. Demnach sei Tuwa ein Tal in der Region des
Berg
Sinai. Es wird als ein realer, geheiligter Ort verstanden,
an dem
ALLAH sich durch das
Feuer
offenbart hat.
Einige
Ausleger [mufassir] erwähnen auch
Überlieferungen [hadith], dass Tuwa so heiße, weil es
„zweifach gesegnet“ wurde [tuwiya maratayn], was linguistisch
mit der Wurzel ط و ي (ṭ-w-y = falten, doppeln) in Verbindung
gebracht wird. Damit ist auch, insbesondere bei
Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai, eine Metapher für
zwei Ebenen der Heiligkeit oder Wirklichkeit gemeint: Äußere
Heiligkeit (Ort, physisch, konkret) und innere Heiligkeit
(Zustand des Herzens, spirituelle Aufnahmefähigkeit). Tuwa
wird somit als Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits,
Prophetischer Empfänglichkeit und göttlicher Rede,
Körperlicher Präsenz und spiritueller Versenkung verstanden.
Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai und andere deuten
das Tal Tuwa nicht nur geographisch, sondern als geistigen
Zustand der Begegnung mit
ALLAH. Es sei ein transzendenter Zustand, in den Moses
versetzt wurde, um göttliche Offenbarung empfangen zu können.
Tuwa sei somit der Ort der Läuterung, Sammlung und
Empfänglichkeit für das Göttliche.
Tuwa dient als archetypischer Ort, an dem der
Mensch
vom irdisch Gewöhnlichen ins Transzendente eintritt.