.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Stefano Ussi war ein italienischer Maler, der zur
orientalistischen Bewegung gehörte und vor allem durch seine
historischen und orientalistischen Gemälde bekannt wurde.
Er verband akademische Malerei mit romantischen und
ethnographischen Themen aus dem
Orient
und Nordafrika und gilt als einer der wichtigsten Vertreter
des italienischen
Orientalismus im 19. Jh. n.Chr.
Er ist am 3. September 1822 in Florenz geboren. Er hat an
der Akademie der Schönen Künste in Florenz gelernt und war
Schüler von Enrico Pollastrini. Zudem war er beeinflusst von
Giovanni Fattori (Macchiaioli-Bewegung). ER hat sich
spezialisiert auf die Historienmalerei, Orientalismus im Stil
des akademischen Realismus.
Ussi begann seine Karriere mit großen historischen Sujets
aus der italienischen Geschichte und Literatur. Berühmt wurde
er durch das monumentale Werk „La cacciata del Duca d’Atene“
(Die Vertreibung des Herzogs von Athen), das 1861 auf der
nationalen Ausstellung in Florenz gezeigt wurde. Das Gemälde
thematisiert den Aufstand von 1343 n.Chr. gegen den Tyrannen
Gualtieri di Brienne. Dieses Werk brachte ihm nationale
Anerkennung ein und gilt als Sinnbild des italienischen
Patriotismus kurz nach der Einigung Italiens.
Nach einer Reise nach Ägypten im Gefolge des italienischen
Diplomaten Tito Vespasiano Micciarelli (1869) anlässlich der
Eröffnung des Suezkanals begann Ussi, sich intensiv mit
orientalischen Themen zu beschäftigen. Er besuchte später auch
Marokko,
Tunesien und
Algerien, was seine künstlerische Richtung und die Auswahl
der Motive dauerhaft prägte. Seine orientalischen Werke zeigen
Szenen aus dem Leben in Nordafrika, Feste, Märkte und
religiöse Zeremonien mit ethnographischer Genauigkeit und
farbenreicher Detailfülle.
Zu den Gemälden dieser Schaffenphase gehören unter anderem:
Ussi verband präzise akademische Technik mit einem
romantischen Blick auf den
Orient.
Inhaltlich: Seine Werke zeigen eine Mischung aus Realismus,
Exotik und Inszenierung, die typisch für den europäischen
Orientalismus war. KUssi war einer der wenigen
italienischen Künstler, die tatsächlich den
Maghreb bereisten – seine Darstellungen besitzen daher
mehr Beobachtungstreue als viele seiner Pariser oder Wiener
Zeitgenossen. Ussi stand in engem Austausch mit anderen
italienischen Orientalisten wie Cesare Biseo, mit dem er 1875
gemeinsam
Marokko bereiste und Eugenio Zampighi – der ebenfalls
Alltagsdarstellungen und ethnografische Sujets malte.
Ussis Werke sind in zahlreichen Museen ausgestellt.
Er ist am 1. Juni 1901 in Florenz gestorben.