Trugut Zaim
Turgut Zaim

Aussprache: turghuut zaaiym
arabisch:
تورغوت زائيم
persisch:
تورگوت زائیم
englisch: Turgut Zaim

5.8.1906 - 9.5.1974 n.Chr.

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Turgut Zaim war ein türkischer Maler, der als einer der wichtigsten Vertreter einer „regional/folklorisch“ orientierten Moderne in der frühen Republikzeit gilt.

Er wurde besonders bekannt durch Darstellungen des anatolischen Alltags, vor allem von Yörük- und Avşar-Gemeinschaften, sowie durch eine Bildsprache, die moderne Malerei mit Anleihen aus Miniatur, Ornament und traditioneller türkischer Kunst verbindet.

Er ist am 5. August 1906 in Istanbul geboren. Seine Schulbildung erfolgte am französischen Saint-Joseph in Kadıköy (asiatische Seite von Istanbul).

Ab 1923 studierte er an der Sanayi-i Nefise und der Devlet Güzel Sanatlar Akademisi. Die praktische Ausbildung erhielt er unter anderem in der Werkstatt von Ibrahim Tschalli (İbrahim Çallı).

Bereits in dieser Phase fällt auf, dass Zaim sich bewusst von einer rein westlich-akademischen Linie absetzt und intensiv traditionelle türkische Künste sowie auch ostasiatische Bildauffassungen studiert. Nach der Akademie ging er kurz nach Paris, um sich künstlerisch zu vertiefen, und kehrte anschließend in die Türkei zurück. Nach der Rückkehr arbeitete Zaim als Kunst-/Zeichenlehrer und zeitweise auch als Dekorateur/Set-Designer im Umfeld der Devlet Tiyatroları (Staatstheater).

Er verlagerte seinen Lebensmittelpunkt früh nach Ankara (in Biografien ist ab den 1930er Jahren die Ankara-Phase zentral), was für seine Themenwahl – anatolische Motive, ländliche Lebensformen, „neue Hauptstadt“ und Republikmilieu – prägend wurde. Zaim war kein „naiver Folkloremaler“, sondern ein Künstler, der in der modernen Ausstellungsöffentlichkeit stand – nur mit einer bewusst anderen ikonografischen Agenda.

Die Fachliteratur betont, dass Zaim von Beginn an stark von der Miniaturkunst beeinflusst war. Das zeigt sich in flächiger Organisation, klaren Konturen, serieller Motivwiederholung sowie in dekorativen Elementen, ohne dass er in eine reine „Traditionskopie“ zurückfällt. Er arbeitete nicht nur in Öl, sondern schuf auch Druckgrafik (z. B. Linol-/Zinkdruck) und war im Bereich Buch-/Zeitschriftenillustration und Gestaltung tätig – ein Feld, das in Studien zu seinen Dekorationen/Illustrationen ausführlicher behandelt wird. In der Forschung wird Zaim häufig als ein Künstler beschrieben, dessen Persönlichkeit und Themenwahl besonders gut zu den Yurt Gezileri (staatlich/halb-staatlich geförderte „Heimatreisen“ von Künstlern) passten. Er lernte anatolische Lebenswelten dadurch noch unmittelbarer kennen und bildnerisch zu verdichten.

Zaim erhielt bei den Devlet Resim ve Heykel Sergileri (Staatliche Malerei- und Skulpturausstellungen) unter anderem zweite Preise (1957) und erste Preise (1958).

Er starb am 9. Mai 1974 in Ankara.

Sein Gemälde „Yörük-Nomaden auf der Sommerweide“ (Yaylada Yörükler) befindet sich im Staatlichen Kunst- und Skulpturenmuseum Ankara (siehe Foto).

Foto Y.Özoguz (2104 n.Chr.)

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