Fünftes Buch
Arghun's Thronbesteigung, Gemahlinnen, Söhne, Töchter.
Schon am Tage, welchen die Nacht der Hinrichtung Teguder's
heraufgeführt, hatte die Thronbesteigung Arghun's mit den
gewöhnlichen Feierlichkeiten in dem Jurte Suktu statt.
Huladschu ergriff die rechte Hand, Inardschi die linke
Arghun's; sie setzten ihn auf den Thron, vor welchem die
Prinzen und Emire neunmal niederknieten, den Gürtel um den
Hals, die Mützen in die Luft warfen und ihm den Becher
huldigend darreichten. Die Feste hatten zu Kamsiun, welches
zwischen Heschtrud und Kurban schire, statt. Drei Tage nach
der Thronbesteigung kamen auch die Prinzen Kinschu und
Dschuschkab, die Söhne Dschumkur's, und unterschrieben die
Urkunde der Krönung. Abukjan, der Sohn Schiramun's, der Enkel
Dschurmaghun's (des Befehlshabers in Persien zur Zeit Hulagu's),
der Jarghudschi, d. i. Oberrichter, wurde als einer der
innigsten Anhänger Ahmed's hingerichtet; allen anderen
Angehörigen Ahmed's sicherte ein Jerligh das Leben und Ruhe;
die Prinzen Dschuschkab und Baidu (der Sohn Tarakai's, des
fünften Sohnes Hulagu's) wurden als Statthalter nach Bagdad
und Diarbekr, der Oheim Huladschu und der Bruder Kendschatu
nach Rum gesendet. Georgien erhielt der Oheim Adschai (der
achte Sohn Hulagu's), dem Sohne Ghasan wurde die
Statthalterschaft der Landschaften Chorasan, Masenderan, Kumis
und Rei übertragen, die Stelle des Wesirs der Länder dem Buka,
dem Hebel der Herrschaft Arghun's, verliehen, ein höchst
findiger, zum Regieren tüchtiger Kopf. Nach der Sitte
mongolischer Investitur wurde demselben Gold über den Kopf
gestreut, Goldflittern in solchem Ueberflusse, dass er unter
der angehäuften Masse derselben unsichtbar. Arghun konnte bei
seiner Thronbesteigung nicht älter als beiläufig dreissig
Jahre sein, da sein Vater, Abaka, vor zwei Jahren, acht und
vierzig alt, gestorben war. Seine Mutter war die Beischläferin
Abaka's, Kaimisch Ikadschi. Seine Gemahlinnen: 1. Die Frau
Kotlogh, die Tochter Tengir's des Uiraten, welcher ein
doppelter Gurgan, d. i. dem Herrscherhaus Verschwägerter,
indem er selbst mit der vierten Tochter Hulagu's vermählt, des
letzten Eidam und Arghun's Schwiegervater. 2. Oldschatai, die
Tochter der Tudukasch, aber nicht aus Tengir, sondern aus
Sulamisch, dessen Sohn, aus einer anderen Frau, nach des
Vaters Tod mongolischer Sitte gemäss seine Stiefmutter
heirathete, die nach dem Tode des Sulamisch noch von dessen
Sohne Dschidschek Gurgan, also von ihrem Enkel, geheirathet
ward. 3. Die Frau Uruk, die Tochter Sarudsche's, der
Schwester Emir Irindschin's, des Keraiten. 4. Die Frau
Seldschuk, die Tochter Sultan Rukneddin's von Rum. Aus dem
Frauengemache seines Vaters nahm er 5. die Frau Bulughan, die
Verwandte des Buka Jarghudschi, und nach ihrem Tode 6. die
Frau Bulughan, die Tochter Utaman's, des Sohnes Obotai Nujan's
des Konghuraten. So war 7. die Frau Mertai die
Konghuratin, die Gemahlin Hulagu's, in das Harem seines Sohnes
Abaka, aus diesem in das Arghun's als Frau übergegangen, so
dass dieselbe Stief- und Grossmutter ihres Gemahls. 8. Tudai
Chatun, die Tochter Musa Gurgan's (des Enkels Tschengischan's)
aus Tarakai, der fünften Tochter Hulagu's. Die Leidenschaft,
mit welcher Teguder Tudai geliebt, hatte ihn über die
Gefahren, die seinem Throne drohten, verblendet. Tudai, die
Enkelin Hulagu's, die Gemahlin Teguder's (ihres und Arghun's
Oheim's), war also zugleich die Base, Tante und Gemahlin
Arghun's. 9. Kultak Ikadschi, die Mutter seines Erstgeborenen,
Ghasan, dessen drei Brüder Jesu Timur, Oldschaitu (beide aus
der Frau Uruk) und Chatai Aghul aus der Frau Kotlogh; dann
vier Töchter, Oldschatai, Oldschai Timur, Kotlogh Timur (alle
drei Töchter der Frau Uruk) und Dilendschi, Tochter der
zweiten, vor allen anderen Frauen geliebten Bulughai. |