Widmung
An
Seine Majestät
den
König von Bayern
Allerdurchlauchtigster König,
Allergnädigster Herr!
Von der deutschen Hauptstadt der Künste, von der Residenz
Euerer Majestät, wo ich vor drei Tagen mit der Akademie der
Wissenschaften das Allerhöchste Geburts- und Namensfest
gefeiert, bin ich nach Berchtesgaden geeilt, wo der erhabene
Schutzgenius der schönen Künste im schönsten Tempel der Natur
residirt, um demselben in Allerhöchst Ihrer Person die
Verehrung und Bewunderung zu zollen, womit der Verein der
Kunstwunder zu München jeden Besucher erfüllt.
Da mir Euere Majestät allergnädigst erlaubet haben, mit
Allerhöchst Ihrem Namen das Giebelfeld eines meiner Werke zu
schmücken, so erscheint die Geschichte der Mongolen Persiens,
wenigstens durch die Namen ihrer grossen Fürsten, Bauherren,
Gönner der Künste und Beschützer der Wissenschaften, solcher
Ehre nicht unwürdig.
Wenn die Bauten Ghasan's und Chodabende's zu Tebris und
Sultania nach einem halben Jahrtausend die Namen ihrer Erbauer
nur in Ruinen verherrlichen, so liegt die Schuld davon nicht
sowohl in Elementarereignissen und in feindlicher Verheerung,
als in dem Mangel an erhaltender Fürsorge, welche Werken der
Kunst wie den Staaten Dauer versichert.
Geruhen Euere Majestät, als Schöpfer eines Pantheon der
Künste, als Erhalter der ältesten Denkmale derselben und eines
blühenden Reiches, die Huldigung meiner tiefsten Ehrfurcht
allergnädigst zu genehmigen.
Berchtesgaden,
an Göthe's Geburtstag
HAMMER-PURGSTALL.
1841.